Das Haus und die Haustechnik
Augenblicke im Rückspiegel
Betrachtet von Werner Seiter – Ehemaliger Hausmeister und Leiter der Haustechnik und heutiger Bewohner im Johanneshaus
Ausgerüstet mit Schaufel und Besen begann ich im Sommer 1972 meine Tätigkeit im heutigen Johanneshaus. Es galt, für Ordnung und Sauberkeit in den fertiggestellten Gebäuden zu sorgen. Dass dieses einfache „Werkzeug“ nicht ausreichend war, musste selbst der Bauträger „Die Neue Heimat“ feststellen. Und so begannen wenig später – nunmehr mit „großem Gerät“ – die Aufräum- und Ordnungsaufgaben, mein neues Aufgabengebiet als Hausmeister.

Nach langer schwieriger Suche hat der Bauträger 1973 in der Hägelberg-Gruppe um Dr. Schachenmann einen Betreiber gefunden, der nach ergänzenden Baumaßnahmen, wie Notrufeinrichtungen zur Verbreiterung von Türen usw. im Herbst 1974 auf anthroposophischer Grundlage die Senioreneinrichtung „Johanneshaus“ als Zentrum für Lebensgestaltung im Alter“ in Betrieb nahm.
Schon nach kurzer Zeit war das Haus mit Bewohnern belegt. Zupacken war die Devise. Es gab viel zu tun, zu helfen, zu sortieren, zu beaufsichtigen, zu verantworten. Und so war der Übergang vom Hausmeister in die noch in den Kinderschuhen steckende Haustechnik fließend.
Das Interesse und die Nachfrage, hier den Lebensabend zu verbringen, war groß – und so musste weiterer Raum geschaffen werden. Es entstanden Aufstockungen: Haus 1 (Galerie und Gäste-Appartements). Haus 2 (Bewohner), Haus 3 (Mitarbeiter-Appartements, Abstell- und Lagerräume). Später folgten die Häuser Anbau Haus 1, Wohnanlagen I und II (Grünes und Gelbes Haus). Dies war eine große Herausforderung, auch für die Haustechnik. So wurde der Innenausbau der Aufstockungen größtenteils der Haustechnik, mit deren Leitung ich inzwischen betraut war, übertragen. Und das wiederum führte zu einer deutlichen Erweiterung der Mitarbeiterzahl.
So zählten nun Maler, Schreiner, Sanitär/ Heizung, Elektriker zu unserem Team. Eine große Hilfe und Unterstützung waren die zahlreichen Zivildienstleistenden, die in Betreuung, Pflege, Hauswirtschaft und Haustechnik eingesetzt waren. Leider wurde dieser wichtige Dienst politisch ins Abseits befördert.
Besonders erwähnen möchte ich unseren Festsaal. Er entstand, nachdem eine provisorische kleine Bühne im Speisesaal in keinster Weise dem wachsenden Kulturbedarf gerecht wurde. Für die Haustechnik bedeutete die Größe des gesamten Areals, das unterschiedliche Alter der Baulichkeiten, der Einsatz von neuer und alter Technik eine differenzierte Betrachtung und Herangehensweise von Wartung, Pflege und Instandhaltung. Und das war ich bemüht, mit meinem Team „unter einen Hut“ zu bringen und zur Zufriedenheit zu lösen.
Mindestens genauso wichtig wie die Aufgaben der Haustechnik war die Begegnung mit den Bewohnern. Mit der Einzugshilfe entstanden viele gute Kontakte; das gegenseitige Verständnis und die Wahrnehmung der Persönlichkeiten waren und sind von Bedeutung bei der Lösung der uns gestellten Aufgaben.
Ich denke gerne an meine Tätigkeit in der Haustechnik zurück, die mich ein ganzes Stück meines Lebensweges geprägt hat. Solange es meine Kräfte – physisch und psychisch – zulassen, werde ich versuchen, sie im Ehrenamt einzusetzen. Die Entscheidung, hier im Johanneshaus meinen Lebensabend zu verbringen, erweist sich immer mehr als richtig.
Dank an alle, die den gleichen Weg gehen, gute Worte finden, Hausgemeinschaft pflegen, mir das Gefühl geben, nie allein zu sein.
Werner Seiter
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