
Demenzbetreuung Ernst-Zimmer-Haus
Behütet und eingebunden in die Gemeinschaft
Mit dem Ernst-Zimmer-Haus wurden 2013 drei Wohnbereiche für Menschen mit demenzieller Erkrankung geschaffen, die an einer leichten, mittleren
und schweren Demenz erkrankt sind. Großzügige, helle und farblich warm gestaltete Räume, Innenhöfe, Hochbeete und Gartenterassen geben den 51 Bewohnerinnen und Bewohnern seither ein behütetes Zuhause.
Das Ernst-Zimmer-Haus regt den Besucher und Betrachter immer wieder wegen seiner Architektonik zum Schauen und Staunen an. Dabei ist die Bauweise mit der Lemniskate – der liegenden Acht – und den Elementen eines Schneckengehäuses kein bloßer Zufall in den Gedanken der Architekten, sondern die Art des Baues fördert und unterstützt das Leben im Haus.
Wohnform der einzelnen Wohnbereiche
Durch die architektonischen und farbgestaltenden Maßnahmen werden verwirrende Korridore, dunkle oder unübersichtliche Ecken und Sackgassen vermieden. Jedes Zimmer ist mit einem Bad mit Waschbecken, Dusche und Toilette ausgestattet. Um den Bewohnern eine längere, selbständige Nutzung ihres Bades zu ermöglichen, wurde auf Grund positiver Erfahrungen in der Hälfte der Bäder auf eine Tür verzichtet und zur Wahrung der Intimsphäre ein Vorhang angebracht. Damit kann auf sich verändernde Bedürfnisse und Möglichkeiten der Bewohner oder pflegender Angehöriger besser eingegangen werden. Ein großzügiges Pflegebad mit der Möglichkeit einer Liegedusche ergänzt das Raumangebot in der Wohngruppe Novalis.
Die Dienstzimmer grenzen unmittelbar an die gemeinsamen Wohnküchenbereiche und geben Möglichkeit für gegenseitige Wahrnehmung.
Wohnküchen
Im Zentrum der Wohngruppen befindet sich der offen gestaltete, gemeinsame Wohnraum (Essen und Wohnen) mit den angegliederten Funktionsräumen.
Es wurden je zwei Aufenthaltsbereiche geschaffen, um eine an den Fähigkeiten der Bewohner orientierte Gruppierung zu ermöglichen.
Hier bietet sich die Möglichkeit zur Einnahme der Mahlzeiten, zum Sitzen und Verweilen. Die offenen Küchenzeilen innerhalb der Gemeinschaftsräume
geben Einsicht in beide Bereiche der Wohnräume und die Möglichkeiten für die Fertigstellung der von der Gemeinschaftsküche angelieferten meistens halbfertigen Mahlzeiten, aber auch zur Eigenproduktion einzelner Mahlzeiten.
Die elektrischen Geräte (Kühlschrank und Herd) sind gesichert.
Therapie- und Gemeinschaftsraum
An zentraler Stelle befindet sich auch der großzügige Therapieraum. Er ist multifunktional für alle Wohngruppen gemeinsam zu nutzen: z. B. für
therapeutische, künstlerische Gruppenangebote, für gemeinsame Feiern für Treffen mit Angehörigen und anderes mehr.
Bewohnergärten
Alle Wohngruppen haben einen Zugang zu einem eigenen Bewohnergarten oder zu Bewohnerterassen. Die Gärten bieten eine schützende Hülle aus Hecken und natürlicher Holzgestaltung. Sie sind nur mit ungiftigen Wildgehölzen und Nutzpflanzen (Gemüse, Kräuter, Beeren) bepflanzt.
Damit verbunden wird das Erleben von Natur und Jahreszeitenwechsel. Bewusst gestaltete und geführte Wege mit Sitzmöglichkeiten für kleine Gruppen oder einzelne Menschen, Beete mit Betätigungsmöglichkeiten für Bewohner und Gestaltungselemente mit Wasser sind Bestandteile der Therapie- und Gartenkonzeption. Dort gibt es für die Bewohner neben Angeboten zum Ruhen und Genießen auch die Möglichkeit, in einem kleinen und gewünschten Rahmen selbst gärtnerisch tätig zu werden – durch die Mitarbeiter aktiv unterstützt. Ein Ausgang zum Bewohnergarten, als Teil der gesamten Parkanlage des Johanneshauses befindet sich in südöstlicher Richtung der Wohngruppe Novalis. Ein selbständiges Verlassen oder ein Gartenbesuch in Begleitung ist möglich und erwünscht.
Welche Ziele wir anstreben und Grundlagen, auf die wir zurückgreifen
Grundlage des täglichen Handelns ist das Wissen um die Demenz. Die Demenz wird in drei Schweregrade eingeteilt:
Demenz Stadium I – Leichte Demenz
- Kognitive Beeinträchtigungen: Komplexe tägliche Aufgaben können nicht (mehr) ausgeführt werden.
- Lebensführung: Die selbstständige Lebensführung (Alltag) wird zwar beeinflusst, ein unabhängiges Leben ist dennoch möglich.
- Häufige affektive Störungen: Depression, Antriebsmangel, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
- Benötigte Hilfe: fallweise notwendig
Die Möglichkeit von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung (im Wissen um die Risiken) steht im Vordergrund; Ermutigung für eigenes Tun der Bewohner wird angestrebt.
Demenz Stadium II – Mittelschwere Demenz
- Kognitive Beeinträchtigungen: Einfache Tätigkeiten können selbstständig ausgeführt werden, komplexe Tätigkeiten werden
nicht mehr vollständig oder angemessen ausgeführt. - Lebensführung: Ein unabhängiges Leben ist nicht mehr möglich. Patientinnen/Patienten sind auf fremde Hilfe angewiesen, eine selbstständige Lebensführung ist noch teilweise möglich.
- Häufige affektive Störungen: Unruhe, psychotische Störungen, aggressive Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-
Rhythmus, Nesteln - Benötigte Hilfe: ist notwendig, jedoch keine ununterbrochene Betreuung oder Beaufsichtigung
Gewährung von so viel Bewegungs- und Handlungsfreiheit wie nur möglich; auch schwer demenziell erkrankte Bewohner haben ein Recht auf für sie sinnvolle Aktivitäten unter Berücksichtigung der Bedürfnisse nach Geborgenheit und nach Beziehung.
Demenz Stadium III – Schwere Demenz
- Kognitive Beeinträchtigungen: Gedankengänge können nicht mehr nachvollziehbar kommuniziert werden.
- Lebensführung: Es ist keine unabhängige, selbstständige Lebensführung möglich.
- Häufige affektive Störungen: Unruhe, psychotische Störungen, aggressive Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln (wie mittelschwere Demenz).
- Benötigte Hilfe: dauerhafte Betreuung und Beaufsichtigung sind notwendig.
Auch schwer demente Bewohner haben Fähigkeiten, die sie noch anwenden möchten, z. B. einen Löffel zum Mund führen. Die individuelle Betreuung, Achtung von Würde und Schutz vor Reizüberflutung stehen zunehmend im Vordergrund der Betreuung. Basale Bedürfnisse wie Hunger, Durst und der Wunsch nach menschlicher Zuwendung stehen im Zentrum.
Mit dem Ernst-Zimmer-Haus wurden 2013 drei Wohnbereiche für Menschen mit demenzieller Erkrankung geschaffen. Großzügige, helle und farblich warm gestaltete Räume, Innenhöfe, Hochbeete und Gartenterassen geben den 51 Bewohnerinnen und Bewohnern seither ein behütetes Zuhause. Darüber hinaus bietet das Johanneshaus über 50 weitere Plätzte in anderen Bereichen an.
Sie werden rund um die Uhr von Fachkräften betreut, die sich auf diesem sensiblen, anspruchsvollen Gebiet der Altenpflege spezialisiert haben.
Die Küchen in den Wohngruppen ermöglichen eine individuelle und bedarfsgerechte Speiseversorgung. Das gemeinsame Kochen und Backen findet bei den Bewohnern großen Anklang. Die Gartenterrassen, verbunden mit dem Johanneshaus, bieten Licht und Schatten. Die Bewohner können dort mit Unterstützung Blumen und Kräuter pflanzen, pflegen oder Beeren ernten.
Das Ernst-Zimmer-Haus trägt den Namen eines Schreinermeisters aus Tübingen, der 1806 den seelisch erkrankten Dichter Friedrich Hölderlin im Kreise seiner Familie aufgenommen und 35 Jahre betreut hatte.
Begrenzte Plätze und Warteliste
Wir möchten Ihnen die bestmögliche Betreuung und ein familiäres Umfeld bieten. Aus diesem Grund stehen in unserem Demenzbereich nur begrenzt Plätze zur Verfügung. Sollten aktuell keine Plätze frei sein, führen wir eine Warteliste, um Ihnen bei Verfügbarkeit schnellstmöglich einen Platz anbieten zu können.
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Ihre Ansprechpartnerin:
Frau Kehrer
Belegungsmanagement Pflege







