
Kunstausstellung des Johanneshauses im Rathaus Niefern eröffnet
Mit einer feierlichen Vernissage wurde am 26. Februar 2026 im Rathaus Niefern die Ausstellung „Ein Gang durch dden Jahreslauf“ eröffnet. Gezeigt werden Werke von Bewohnerinnen und Bewohnern des Johanneshauses, die im Rahmen der dortigen Kunsttherapie entstanden sind. Der große Trauraum unter dem Dach des Rathauses bot dafür einen stimmungsvollen und zugleich symbolträchtigen Rahmen.


Bürgermeister Uwe Engelsberger begrüßte die zahlreichen Gäste und zeigte sich beeindruckt von der Ausdruckskraft und Qualität der ausgestellten Arbeiten. Besonders hervor hob er, dass einige der beteiligten Künstlerinnen und Künstler im Rahmen der Kunsttherapie erstmals gemalt haben. Dies zeige eindrucksvoll, welches kreative Potenzial auch im höheren Lebensalter neu entdeckt und entfaltet werden könne. Zugleich betonte er, dass Ausstellungen im Rathaus nicht nur den Kunstschaffenden eine Plattform böten, sondern auch das Rathaus als Ort der Begegnung stärkten. Wechselnde Ausstellungen bereicherten den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden und zögen Besucherinnen und Besucher an, die häufig gezielt wegen der Kunst ins Haus kämen.
In seiner Ansprache würdigte Geschäftsführer Herr Michael Blank die schöpferische Kraft der Kunst und zitierte Rudolf Steiner mit den Worten, Kunst sei nicht das Nachahmen einer vorhandenen Wirklichkeit, sondern das Erschaffen einer neuen. Die ausgestellten Werke seien Ausdruck innerer Bilder, Erinnerungen und persönlicher Lebenserfahrung. Unter dem Titel „Ein Gang durch den Jahreslauf“ führen die Arbeiten durch die Stimmungen der vier Jahreszeiten – vom Aufbruch des Frühlings über die Fülle des Sommers und die Reife des Herbstes bis zur stillen Klarheit des Winters.
Die Kunsttherapeutin Gila Krieger gab Einblicke in ihre Arbeit. In der Kunsttherapie begegnen sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorerfahrungen – von langjährig künstlerisch Tätigen bis hin zu Personen, die erstmals einen Pinsel in die Hand nehmen. Gearbeitet wird vor allem mit Aquarellfarben in der Nass-in-Nass-Technik, bei der die Farben frei ineinanderfließen. Diese Methode eröffnet neue Wahrnehmungsräume und ermöglicht es, Stimmungen und innere Prozesse jenseits von Worten sichtbar werden zu lassen.
Eine der ausstellenden Künstlerinnen, Angelika Tradowsky, schilderte in ihrem persönlichen Beitrag, wie bedeutsam es sei, auch nach dem Ende des Berufslebens neue kreative Wege zu beschreiten. Der Wunsch, intensiver zu malen, habe sie in die Kunsttherapie geführt. Besonders gewürdigt wurde ihr Werk „Das Mädchen im Sturm“, das eine bewegte Nordseeszene zeigt. Ein Mädchen mit wehenden roten Schal setzt dabei einen leuchtenden Akzent inmitten dunkler Wolkenformationen und verleiht dem Bild eine eindrucksvolle Dynamik.
Im Anschluss an die Redebeiträge lud ein alkoholfreier Sektempfang mit Häppchen aus der hauseigenen Küche zum Austausch ein. Bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung, die sich über drei Etagen des Rathauses erstreckt, erläuterten die Künstlerinnen und Künstler ihre Werke persönlich und standen für Fragen zur Verfügung. Als Zeichen der Anerkennung überreichte der Bürgermeister der Kunsttherapeutin sowie den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern jeweils eine Rose.
Unter den Gästen befanden sich neben Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde auch zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner des Johanneshauses, Bereichsleitungen der Einrichtung sowie weitere geladene Gäste.
Die Ausstellung ist noch bis zum 10. April 2026 im Rathaus Niefern zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, die Werke zu besuchen und sich selbst ein Bild von der künstlerischen Vielfalt und Ausdruckskraft zu machen.
Rathaus Niefern‑Öschelbronn, Friedenstr. 11 · 75223 Niefern-Öschelbronn



