Senioren-Wohngemeinschaft nimmt Arbeit auf

Pforzheimer Kurier

Straubenhardt-Conweiler. (bh) Wie schon berichtet, hat das Johanneshaus Öschelbronn eine ambulant betreute Wohngemeinschaft in Conweiler organisiert. Die Wohnetage ist jetzt fertig eingerichtet. Um das Haus herum wird gerade noch die Gartenanlage angelegt. Im Nachbargebäude ist der Stützpunkt für den ambulanten Pflegedienst. Das Betreuungsteam ist komplett. Voraussichtlich noch diesen Monat werden die ersten acht Bewohner einziehen, insgesamt gibt es 11 WG-Zimmer. Für den Betrieb von WG und Pflegedienst, hat das Johanneshaus Öschelbronn die gemeinnützige Johanneshaus Straubenhardt GmbH als Tochterunternehmen gegründet. Geschäftsführer ist Michael Blank, der die Einrichtung und deren Mitarbeiterinnen jetzt vorstellte. Die WG ist ausgestattet mit Einzelzimmern, Wohnküche und Wohnraum sowie Terrasse und Garten. Wesentlicher Unterschied zu einem herkömmlichen Pflegeheim, ist Form und Umfang der Betreuung. Für die Bewohner der WG sind rund um die Uhr Präsenzkräfte da. Die Pflegepersonen kommen zusätzlich vom ambulanten Dienst hinzu. „So ergibt sich ein geradezu traumhafter Personalschlüssel von einem Mitarbeiter für jeweils drei Bewohner“. In den letzten Wochen gab es Schulungen für die „Mannschaft“, die bis auf Pflegedienstleiter Daniele Caprano aus Frauen besteht. „Leider“, sagt der Öschelbronner Pflegedienstleiter Linus Federspiel. „Wir hätten gern auch Männer dabei gehabt, aber es hat sich kein geeigneter Bewerber gefunden“. Gemäß dem anthroposophischen Ansatz, geht es in der WG auch um seelische Daseinsfürsorge. Die älteren Menschen sollen eine Gemeinschaft aufbauen und aktiviert werden, sich je nach ihren Fähigkeiten einzubringen. Das Konzept werde auch von den Mitarbeiterinnen positiv aufgenommen. Die Kosten für einen WG-Platz liegen auf dem Niveau herkömmlicher Pflegeeinrichtungen, auch die Osteuropäerin daheim sei bestimmt nicht billiger, obwohl wir unsere Mitarbeiter anständig bezahlen, bekräftigt Blank. Er sei froh darüber, dass der Gesetzgeber jetzt auch solche Modelle favorisiere. Das Pflegeteilhabegesetz eröffne weitere Möglichkeiten, deshalb sei der bessere Personalschlüssel möglich. „Die Wohngemeinschaft ist die Zukunft. wir gehen damit praktisch wieder zurück zum Prinzip Großfamilie“. Wohnortnah können ältere Menschen auf diese Weise individuell betreut werden.
Zudem wird es durch das Johanneshaus Straubenhardt einen neuen ambulanten Dienst in der Großregion geben, der die häusliche Pflege mit perfekt ausgebildeten Pflegekräften optimal umsetzen wird. Dabei kooperiere man auch mit den Sozialen Diensten Straubenhardt.

Text und Bild Bernd Helbig, Pforzheimer Kurier

Johanneshaus Öschelbronn
Das Team der Seniorenwohngemeinschaft und des ambulanten Pflegediensts Johanneshaus Straubenhardt, stellte sich zusammen mit den Pflegedienstleitern Linus Federspiel und Daniele Caprano, sowie Johanneshaus Geschäftsführer Michael Blank vor (von links nach rechts).